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Auch die FF-Haslau/D unterstützte die 3. Katastrophen-Hilfsdienst-Bereitschaft des BFKDO Bruck/L., am So, den 03. Juni 2007. 


Eingesetzte Mannschaft der FF Haslau/D.

Fzg-KDT:  BRANDTNER Jürgen, OFM 
Fahrer und Maschinist:  JURIN Reinhard, LM 
AS-Trupp:  HUBER Reinhard, LM 
  KÜRNER Norbert, BM
  MÜLLER Karl, V 
Mannschaft:  PLACH Rainer, HFM
  LÖWY Stefan, FM  


Die Aufgaben für uns bestanden darin, Gerätschaften vom Ufer zum Schiff zu transferieren, einen Rettungstrupp unter schwerem Atemschutz zur Personenrettung zu stellen, sowie die Unterstützung der Einsatzkräfte am Ufer.

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Bericht: HUBER Reinhard, LM

Bericht vom BFKDO Bruck / Leitha:
Prognosen zu Folge wird sich die Personenschifffahrt auf der Donau in den nächsten zehn Jahren verdoppeln. Anlass genug für die Feuerwehren des Bezirks Bruck an der Leitha auf ihrem Teil der Wasserstraße zusammen mit anderen Einsatzorganisationen den Ernstfall zu üben. Die komplexe Ausarbeitung der Katastrophenübung nahm über ein Jahr in Anspruch.

Am Sonntag, dem 3. Juni 2007, fährt das Ausflugsschiff „Admiral Tegetthoff“ mit 170 Passagieren an Bord von Bratislava kommend stromaufwärts Richtung Wien.

Plötzlich dringt aus dem Küchenblock, der sich im hinteren Teil des Schiffes befindet, starker Qualm ein. Eine Explosion ist zu hören und durch die starke Rauchentwicklung geraten Passagiere in Panik. Einige Personen springen über Bord. Der Kapitän gibt Alarm für die Schiffsmannschaft. Das Schiff wird manövrierunfähig und der Strom fällt aus. Ein Wendemanöver ist daher nicht mehr möglich. Der Kapitän setzt im Bereich Wildungsmauer (NÖ) den Anker. Gleichzeitig setzt er einen Notruf ab und ordnet eine Evakuierung an.

Aufgrund des Notrufes werden laut einem speziellen Donaualarmplan massive Feuerwehr- und Rettungskräfte aus den Bezirken Bruck an der Leitha, Gänserndorf und Wien-Umgebung alarmiert.

 

Durch das Schadensausmaß wird von der Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha ein Krisenstab vor Ort eingerichtet.

Mit 12 Feuerwehrbooten wird im Pendelverkehr zwischen Schiff und Ufer die Evakuierung der zum Teil Schwerstverletzten und in Panik geratenen Passagieren vorgenommen. Gleichzeitig wird die notwendige Gerätschaft zur Brandbekämpfung durch Feuerwehrkräfte an Bord gebracht. Die Atemschutztrupps saugen mit Hilfe der mitgebrachten Tragkraftpumpen Wasser aus der Donau und führen einen umfassenden Löschangriff durch. Die Feuerwehrtaucher Süd/Ost suchen gleichzeitig nach Vermissten im Wasser.

benso werden Notarztteams durch die Feuerwehrkräfte aufs Schiff befördert. Diese führen eine Vortriage (Kinder, Pensionisten, Gehbehinderte bzw. je nach Grad der Verletzung) für die Evakuierung durch. Im Uferbereich werden alle erforderlichen Maßnahmen zur Registrierung der Opfer durch die Polizei bzw. Landeskriminalamt vorgenommen. Das Rote Kreuz übernimmt die Versorgung der Verletzten in speziellen Notfallzelten am Donauufer.
In der Zwischenzeit werden die Einsatzabschnitte Schiff, Transport und Land eingerichtet. Eine Gesamteinsatzleitung koordiniert die Einsatzmaßnahmen. Durch die ungünstige Lage muss für den Abtransport der Passagiere, sowie für die Zufahrt weiterer Einsatzkräfte, von der 3. KHD-Bereitschaft eine Behelfsbrücke errichtet werden.

Der eingerichtete Krisenstab unter der Führung der Übungsleitung sorgt u.a. für das Bereitstellen von Kriseninterventionsteams und Notunterkünften für unverletzte Passagiere sowie deren Transport.

Aufgrund vermisster Passagiere, die im angrenzenden Auwald vermutet werden, befiehlt der Krisenstab den Einsatz des Hubschraubers des Innenministeriums sowie zweier Spezialflugzeuge der Firma Diamond Aircraft. Die Fluggeräte unterstützen die Vermisstensuche. Gleichzeitig wird die aktuelle Lage durch Bild und Ton auf die mobile Empfangsstation im Krisenstab in Echtzeit übertragen. Das ermöglicht den Einsatzführungskräften unmittelbar auf neue Einsatzsituationen rasch zu reagieren.

Durch die Katastrophenübung sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Evakuierungsdauer eines vollbesetzten Passagierschiffs

  • Dauer bis zur effektiven Brandbekämpfung an Bord

  • Dauer bis zur Durchführung von Auspumparbeiten des Löschwasser aus dem Schiff (Kipp- und Sinkgefahr durch eigenes Löschwasser)

  • Dauer bis zum Errichten eines funktionsfähigen Pendelverkehrs mittels Feuerwehrbooten

  • Überprüfung der aufbau- und ablauforganisatorischen Maßnahmen der 3. KHD- Bereitschaft des BFKDO Bruck/Leitha

  • Zusammenarbeit mit der Bezirkhauptmannschaft Bruck an der Leitha

  • Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und dem Landeskriminalamt

  • Beübung des Bezirksführungsstabes des BFKDO Bruck/Leitha

  • Aufbau von Behelfskommunikationsmitteln, da am Einsatzort großteils Funkschatten für Mobilfunk als auch Feuerwehrfunk besteht

  • Beüben der Versorgung und Ablöse der Einsatzkräfte

  • Versorgung und Rettung einer Vielzahl von Schwerverletzten (Triage)

  • Aufbau einer Bildübertragung der Schadensstelle in den Krisenstab (2 Flugzeuge von Daimond Aircraft und ein Hubschrauber des Innenministeriums)

Teilnehmende Organisationen/Einheiten:

  • Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

  • Landeskriminalamt mit dem Disaster-Victim-Identification Team

  • Schifffahrtsaufsicht

  • Landesregierung IVW 4 (Feuerwehr- und Zivilschutz) und RU 5 (Naturschutz)

  • Polizei

  • Rotes Kreuz

  • DDSG Blue Danube (Schiffseigner)

  • Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha

  • NÖ Feuerwehr-Tauchdienst

  • Via Donau (Donaustraßenbetreiber)

  • Bürgermeister aus der Region

  • Bezirksfeuerwehrkommandos der Bezirke Bruck/Leitha, Gänserndorf, Wien-Umg.

  • World-Wide-Fund for nature (WWF)

  • Feuerwehren des Bezirkes Bruck an der Leitha (3. KHD-Bereitschaft)

  • 170 Statisten als Schiffspassagiere

  • Insgesamt 300 Einsatzkräfte