Grundsätzliche Informationen betreffend Verdachtsfälle von Geflügelpest      (Quelle: BrandAus)

Mit 24. Oktober 2005 wurde ein Gesetz erlassen, dass ab sofort bis 15. Dezember die Haltung von Vögeln aller Art in geschlossenen Einrichtungen und die Meldung aufgefundener toter Wasservögel an den Amtstierarzt vorschreibt.

Seit 11. Februar 2006 traten Verdachtsfälle von Vogelgrippe in Slowenien, im unmittelbaren Grenzbereich zu Österreich auf. Veterinärmedizinische Kontrollmaßnahmen wurden daher in Kraft gesetzt, das ist vor allem eine 10km Radius Beobachtungs- und Sperrzone. Die Sperrzone reicht bis in die südlichen Bezirke der Steiermark. Auch in Kärnten wurden Notfallmaßnahmen in Kraft gesetzt.

Bezeichnung:
Die Namen Geflügelpest, Vogelgrippe, Aviäre Influenza (avian influenza, avian flu) bezeichnen
dieselbe Erkrankung.

Einstufung:
Die Typisierung von Influenza-Viren erfolgt nach den an der Oberfläche befindlichen Proteinen Hämagglutanin (H) und Neuraminidase (N). Die derzeit grassierende Geflügelpest ist ein mit den Influenza Viren des Typ A verwandtes Virus vom Subtyp H5N1. Gemäß Verordnung biologischer Arbeitsstoffe (VbA) sind die Influenza Viren und die aviären Influenzaviren in der Risikogruppe 2 eingestuft. Wie bereits aus den Namen hervorgeht, handelt es sich um eine Tierseuche, die nur unter besonderen Voraussetzungen und bei relativ hoher Keimzahl auf den Menschen übertragen werden kann.

Verbreitung:
Das Virus verbreitet sich in und durch verschiedene Vogelarten und kann von einer Erkrankung ohne Symptome (z.B. Wasservögel) bis zu schweren Symptomen (bei Geflügel) führen. Tauben sind nur in wesentlich geringerem Ausmaß Virusträger.

Übertragung:
Der Übertragungsweg findet durch Tröpfcheninfektion oder Kontakt mit Körperflüssigkeit statt. Die Überlebensfähigkeit der Viren außerhalb eines Virenträgers beträgt 1-2 Tage. Zur Infektion ist die Aufnahme von beträchtlichen Virusmengen erforderlich, hauptsächlich sind derartige Virusmengen in den Exkrementen von Vögeln zu finden. Entsprechend der Informationen des Robert Koch Institutes (RKI) führt das Einatmen von virushaltigem Staub oder Partikeln mit angetrocknetem Virus zu keiner Erkrankung.

Infektion:
Die Inkubationszeit für Menschen beträgt in der Regel 1-3 Tage.

Symptome:
Können sehr unterschiedlich sein, in der Regel aber hohes Fieber (39°C), Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf-, Halsschmerzen, trockener Reizhusten.

Behandlung:
Die Behandlung ist mit antiviralen Medikamenten möglich.

Vorgehen bei Auffinden von toten Vögeln
Bei der Bergung von verendeten Vögeln sind doppelte Latexhandschuhe anzuziehen. Über den Kadaver ist ein Sondermüllsack, der zunächst in der Hälfte nach außen gerollt ist, zu stülpen, dann ist der Kadaver im Sondermüllsack aufzuheben und dieser wieder mit der noch nach außen gestülpten Hälfte nach innen zu stülpen, wobei die Öffnung in Windrichtung von Personen weg gerichtet sein muss. Anschließend ist der Sondermüllsack zu verschließen und in einen zweiten Übersack zu stecken. Die Entsorgung erfolgt durch den Amtstierarzt.

Lebende Vögel können das Influenza Virus in sich tragen. Durch die Absonderung von Körpersekreten oder Exkrementen und die Bewegung kann das Virus ausgeschieden und aerosolisiert werden. Für die Bergung von lebenden Vögeln sind daher die Feinstaubmaske und eine Schutzbrille zu tragen, die Hände sind durch Leichenbergehandschuhe zu schützen. Nach Möglichkeit sind die Vögel in eine Box zu stecken oder in einer Decke einzuwickeln und in weiterer Folge vor Ort an die Tierrettung zu übergeben. Die im Zuge eines Einsatzes verwendeten Handschuhe, Filter und Einwegoveralls sind in einem Sondermüllsack zu entsorgen.

Einrücken:
Vor dem Einrücken hat die einfache Einsatzhygiene - Hände waschen - stattzufinden. Sollten andere Körperstellen mit dem Vogel in Berührung gekommen sein, sind diese ebenfalls mit Seife zu reinigen.

Weiterführende Informationen 
Robert Koch Institut                         http://www.rki.de 
Weltgesundheitsorganisation (WHO)  http://www.who.int 

Wichtiger Hinweis:  
Selbst eine Ansteckung mit dem H5N1-Virus bedeutet NICHT, dass dies zum Auslösen einer vielfach zitierten „Pandemie“ führt. Erst durch einen Genaustausch zwischen „normalen“ Grippeviren einerseits und Vogelgrippeviren andererseits könnte ein mutiertes Virusentstehen, das unter Umständen Mensch – Mensch übertragbar und pathogen wird. Ein solcher Genaustausch ist möglich, wurde bisher aber nicht beobachtet. Bei der Anzeige von Vögeln, die im Verdacht stehen an der Vogelgrippe verendet oder mit dem Virus infiziert zu sein, ist der Amtsarzt zuständig.

Schutzausrüstung:
Die Übertragung der aviären Influenza erfolgt über die Atemwege und vor allem durch Ausscheidung über den Kot. Wesentlich für die erforderliche Schutzausrüstung ist daher die Art des Handlings eines Kadavers. Im Fernsehen sind immer wieder Bilder von Ausrüstung mit Schutzanzügen in diversester Schutzstufe zu sehen. Auf den Clips war auch immer wieder zu beobachten, dass während des Umganges mit den Kadavern diese die Einsatzkräfte intensiv berührten, weil zu groß für die Gefäße, so dass sie erheblich komprimiert werden mussten, um sie zu verpacken. Anschließend sind im Auftrag des anwesende Veterinär nichts anderes anordnet, die Säcke, die Stiefel und die Fundstelle mittels DS 10 und Incidin Plus zu dekontaminieren. Durch diesen berührungslosen Umgang ist die Verwendung von Gummistiefeln (im Uferbereich mit der Notwendigkeit ins Wasser zu steigen Wathosen), Einweghandschuhen, Mundschutz und Augenschutz (Schutzbrille) ausreichend, sollte ein Veterinär darüber hinausgehende Schutzausrüstung vorschlagen, ist diese zu verwenden. Bekleidung, die mit dem toten Vogel in Berührung gekommen ist, ist abzulegen, in einen eigenen Sack zu verpacken und gekennzeichnet zur Reinigung zu schicken.

Um Missverständnisse aufzuklären: Es sind Feinstaubmasken (FFP2) und Schutzbrille beim Umgang mit Vogelkadavern und lebenden Vögeln zu verwenden.

Quelle: BrandAus